Karottensaft ohne Entsafter: cremig wie ein Smoothie, weil wir die Karotten vorher kochen 🥕
Fast jeder Karottensaft oder Möhrensaft aus dem Mixer endet gleich: ein Glas orangefarbene Flüssigkeit voller Fasern, die ein bisschen nach Erde schmeckt und die man schnell trinken muss, bevor sie sich trennt.
Dieser nicht. Er wird dick, seidig und vollmundig, eher ein cremiger Smoothie mit Karotten als ein Saft. Und er kommt ohne Milchprodukte aus, ohne Entsafter und ohne dass du etwas über Nacht einweichen musst.
Der Trick ist ein Schritt, den die meisten auslassen: die Karotten zusammen mit den Cashews kochen, bevor alles in den Mixer kommt. Weiter unten erklären wir, warum das so viel ausmacht, denn wenn du es verstehst, gelingt er dir gleich beim ersten Mal.
Die Idee haben wir in den sozialen Netzwerken entdeckt und an unsere Küche angepasst, vor allem bei der Wassermenge. Genau die entscheidet, ob du am Ende einen cremigen Smoothie im Glas hast oder nur ein dünnes Getränk.
Warum dieser Karottensaft cremig wird und nicht wässrig
Das Kochen verändert alles
Rohe Karotten sind hart und faserig. Egal wie stark dein Mixer ist, diese Fasern werden nicht ganz zerkleinert und landen als Fäden im Glas. Deshalb muss man Karottensaft aus rohen Karotten fast immer abseihen, und deshalb bleibt danach nur die Hälfte übrig.
Beim Kochen passieren drei Dinge gleichzeitig.
Die Textur. Die Hitze macht die Zellwände und die Pektine weich, die die Karotte fest halten. Gekocht zerfällt sie im Mixer, statt sich zu wehren, und das Ergebnis ist seidig, ganz ohne ein Gerät für tausend Euro.
Der Geschmack. Das Erdige der rohen Karotte wird beim Kochen viel milder, dafür kommt die Süße heraus. Deshalb braucht dieses Rezept nur sehr wenig zum Süßen.
Das Betacarotin. Es ist der orange Farbstoff der Karotte und eine Vorstufe von Vitamin A, das heißt, der Körper wandelt es in Vitamin A um. Beim Kochen brechen die Zellwände auf, und so wird es leichter verfügbar als in der ganzen rohen Karotte. Eins dieser Dinge in der Küche, die man nicht erwarten würde: Hier nimmt das Kochen nichts weg, es gibt etwas dazu.
Warum Cashews und keine anderen Nüsse
Du könntest auch andere nehmen, aber Cashews funktionieren hier am besten, und zwar aus zwei Gründen.
Der erste ist die Textur. Cashews haben viel Fett und sehr wenig unlösliche Ballaststoffe, viel weniger als Mandeln oder Haselnüsse. Deshalb lösen sie sich beim Mixen fast vollständig auf und hinterlassen kaum Reste: Du musst nicht abseihen und merkst trotzdem nichts Sandiges. Mit Mandeln bleibt deutlich mehr zurück.
Der zweite: Betacarotin, der orange Farbstoff der Karotte, ist fettlöslich. Es löst sich also in Fett und nicht in Wasser, und der Körper braucht Fett, um es gut aufzunehmen. Das Fett der Cashews erledigt das direkt im selben Glas, ohne dass du noch etwas dazugeben musst.
Und nebenbei bringen sie die Cremigkeit, die man in anderen Rezepten mit Milch, Joghurt oder Banane bekommt.
Nichts muss eingeweicht werden
Rezepte für Cashewmilch verlangen meist, die Nüsse 4 Stunden bis über Nacht einzuweichen. Hier ist das nicht nötig: Die Cashews kochen zusammen mit den Karotten, und diese 20 Minuten in kochendem Wasser erledigen dasselbe wie das lange Einweichen, nur schneller.
Das ist der praktische Vorteil dieses Rezepts: Du hast spontan Lust auf einen Karottensaft und machst ihn sofort.
So machen wir ihn zu Hause, Schritt für Schritt
Cremiger Karottensaft ohne Entsafter
Zutaten
- 250 g Karotten etwa 3 mittelgroße, geschält
- 80 g rohe Cashews ungesalzen und nicht geröstet
- 500 ml kaltes Wasser oder 1000 ml für eine leichtere Version, eher wie ein Saft
- 15 g Honig oder Ahornsirup oder Zucker nach Geschmack
- 1 Prise Salz
Anleitungen
- Karotten schälen und klein schneiden. Die Stücke müssen weder fein noch gleich groß sein. Je kleiner sie sind, desto schneller werden sie weich.
- Mit den Cashews kochen. In einem Topf, mit Wasser bedeckt. Dieses Wasser schüttest du später weg, du musst es also nicht abmessen.
- Etwa 20 Minuten kochen. Bis sich die Karotten mit einer Gabel ganz ohne Widerstand durchstechen lassen und die Cashews weich sind. Dieser Schritt entscheidet über die Textur: Wenn du zu kurz kochst, bleiben Klümpchen, und längeres Mixen rettet das nicht.
- Abgießen und unter kaltem Wasser abkühlen.
- Alles in den Mixer geben. Mit 500 ml kaltem Wasser, dem Honig und der Prise Salz.
- Mindestens 2 Minuten mixen. Nach einer Minute sieht er fertig aus, ist aber noch sandig. Je länger du mixt, desto seidiger wird er.
- Abseihen, wenn du magst. Mit einem feinen Sieb oder einem Nussmilchbeutel. Das ist nicht nötig, weil Cashews kaum Reste hinterlassen, aber die Textur wird noch glatter.
- Mit Eis servieren oder im Kühlschrank kalt stellen und vor dem Servieren schütteln. Kalt schmeckt er viel besser, und dass er sich in der Flasche trennt, ist normal.
Notizen
- Die Karotten müssen sehr weich sein. Wenn sie beim Einstechen mit der Gabel noch Widerstand leisten, hat der Karottensaft Fäden, egal wie lange du danach mixt.
- Mit 500 ml Wasser wird er cremig und dick. Mit 1000 ml wird er ein leichtes Getränk, ähnlich wie ein Pflanzendrink aus dem Supermarkt. Fang mit 500 ml an: Verdünnen ist leichter als Andicken.
- Die Cashews sind roh und ungesalzen. Geröstete überdecken mit ihrem Geschmack die Karotte.
- Die Cashews musst du nicht einweichen: Die 20 Minuten Kochen übernehmen das.
- Im Kühlschrank trennt er sich, weil er keine Emulgatoren enthält. Er ist nicht schlecht, einfach schütteln.
- Mit der Zeit wird er dicker, weil die Ballaststoffe weiter Wasser aufnehmen. Wenn er dir zu dick ist, gib einen Schuss Wasser dazu.
- Mit Honig ist das Rezept nicht vegan. Nimm dann Ahornsirup.
Hast du eine Frage zum Rezept? Frag uns in den Kommentaren, wir antworten dir. Und wenn du es nachmachst, erzähl uns, wie es geworden ist, wir freuen uns riesig, von dir zu lesen! 🤗
Häufige Fragen zum cremigen Karottensaft
Geht das ohne Entsafter?
Ja, das Rezept ist sogar genau dafür gedacht. Weil die Karotten vorher gekocht werden, sind sie so weich, dass ein ganz normaler Standmixer sie problemlos zerkleinert, und du brauchst kein spezielles Gerät für Saft. Der Preis dafür ist die Zeit: Mit Kochen und Abkühlen dauert es etwa 35 Minuten, mit einem Entsafter nur 5. Dafür bleiben alle Ballaststoffe im Glas, statt im Müll zu landen.
Kann ich rohe Karotten nehmen?
Kannst du, aber dann ist es ein anderes Getränk, und ein deutlich schlechteres. Mit rohen Karotten bleiben Fäden im Glas, weil die Fasern selbst in einem starken Mixer nicht ganz zerkleinert werden, und du musst ihn auf jeden Fall abseihen. Außerdem schmeckst du das Erdige der rohen Karotte, das beim Kochen verschwindet, und die natürliche Süße kommt viel weniger heraus. Wenn du es eilig hast und das Abseihen dich nicht stört, probier es, aber nimm dann mehr zum Süßen.
Muss ich ihn abseihen?
Nein, und das ist einer der Vorteile von Cashews. Sie haben viel Fett und sehr wenig unlösliche Ballaststoffe, deshalb lösen sie sich beim Mixen fast vollständig auf und hinterlassen nur minimale Reste, ganz anders als Mandeln. Wenn du die Karotten richtig weich kochst und gut 2 Minuten mixt, ist die Textur schon seidig. Seih ihn nur ab, wenn du ihn ganz glatt magst, und wenn Fruchtfleisch übrig bleibt, verwende es in einem Rührkuchen oder in Pancakes.
Kann ich statt Cashews andere Nüsse nehmen?
Ja, aber das Ergebnis ändert sich. Mit Mandeln wird er leichter und deutlich körniger, dann musst du ihn wahrscheinlich abseihen. Mit Haselnüssen überdeckt der Nussgeschmack alles, und er schmeckt nicht mehr nach Karotte. Wenn du keine Cashews hast, funktioniert bei uns am besten eine Handvoll zarte Haferflocken, die du beim Mixen dazugibst: Sie geben nicht dieselbe fettige Cremigkeit, machen ihn aber dicker und milder.
Kann ich Milch statt Wasser nehmen?
Ja, dann wird er dicker und süßer. Du kannst Kuhmilch oder einen Pflanzendrink nehmen. Dann nimm aber weniger zum Süßen, denn viele Pflanzendrinks aus dem Supermarkt sind schon gesüßt. Bedenke auch: Mit Milch ist es kein komplett selbstgemachtes pflanzliches Getränk mehr, und der Karottengeschmack tritt mehr in den Hintergrund.
Wie lange hält er im Kühlschrank?
Selbstgemachter Karottensaft hält 4 Tage in einer verschlossenen Flasche. Er enthält keine Konservierungsstoffe und ist nicht pasteurisiert, also verlass dich auf deine Nase: Wenn er sauer oder gärig riecht, weg damit. Bewahre ihn immer in einem verschlossenen Glasgefäß hinten im Kühlschrank auf, nicht in der Tür, dort schwankt die Temperatur am meisten.
Warum hat er sich getrennt?
Das ist völlig normal und heißt nicht, dass dein Karottensaft schlecht ist. Pflanzendrinks aus dem Supermarkt enthalten Emulgatoren, damit das nicht passiert, und dieser enthält nichts davon. Also sinkt der feste Teil nach unten und das Wasser steigt nach oben. Gut schütteln vor dem Servieren, und er ist wieder wie vorher. Wenn er aber irgendwann sauer riecht oder die Farbe sich verändert hat, ist das etwas anderes, dann musst du ihn wegschütten.
Warum ist er am nächsten Tag dicker?
Weil die Ballaststoffe und die Stärke aus Karotten und Cashews noch stundenlang nach dem Mixen Wasser aufnehmen. Das ist derselbe Effekt, der Porridge im Kühlschrank fest werden lässt. Das ist kein Fehler und verändert den Geschmack nicht: Wenn er dir zu dick ist, gib einen Schuss Wasser dazu und schüttle, bis die Konsistenz passt.
Kann ich ihn einfrieren?
Ja, aber aufgetaut ist er nicht mehr derselbe: Er trennt sich viel stärker und wird körniger, wobei nochmaliges Mixen vieles rettet. Richtig gut funktioniert er dagegen als Eiswürfel für deinen nächsten Smoothie oder direkt als Eis am Stiel, mit dieser Süße und dieser Farbe werden sie wunderschön.
Geht das im Thermomix?
Ja, und es wird sogar einfacher, weil du im selben Mixtopf kochen und mixen kannst. Das Prinzip bleibt gleich: Karotten und Cashews kochen, bis sie sehr weich sind, abgießen und abkühlen lassen, dann auf hoher Stufe lange genug mixen, bis alles seidig ist. Wichtig sind die zwei entscheidenden Punkte: Die Karotten müssen sehr weich sein, und das Mixen muss lang sein.
Geht es auch ohne Süßen?
Ja, und viele mögen ihn sogar lieber so. Gekochte Karotten sind von sich aus schon ziemlich süß, also probier zuerst, bevor du etwas dazugibst. Die Prise Salz solltest du aber nicht weglassen: Sie sorgt dafür, dass man die natürliche Süße schmeckt. Ohne Salz schmeckt er flach, mit Salz brauchst du kaum noch etwas anderes.
Dürfen Kinder Karottensaft trinken?
Ja, es ist ein einfaches Getränk aus Karotten und Cashews, und Kinder mögen es meist sehr, wegen der Farbe und der Süße. Zwei Dinge solltest du beachten: Bei einer Nussallergie in der Familie natürlich nicht, und für die Kleinsten besser ohne Honig, denn Honig wird für Babys unter einem Jahr nicht empfohlen.
Macht Karottensaft wirklich braun?
Das ist einer dieser Mythen, die einen wahren Kern haben, aber einen viel kleineren, als man erzählt. Das Betacarotin aus Karotten lagert sich in der Haut ab und kann ihr einen etwas wärmeren Ton geben, und Studien deuten darauf hin, dass eine an Carotinoiden reiche Ernährung den Hautton leicht verändert. Bis zur Bräune ist es aber ein weiter Weg: Die Farbe der Bräune bildet das Melanin als Reaktion auf die Sonne, nicht die Karotte. Deshalb gibt es auch keine Menge Karottensaft am Tag, die dich braun macht. Und vor allem: Betacarotin schützt nicht vor der Sonne, die Sonnencreme ersetzt du also nicht mit Smoothies. Trink ihn, weil er lecker ist und weil Karotten gut sind, nicht als Bräunungsplan.
Kann meine Haut davon orange werden?
Nur wenn du es sehr lange stark übertreibst. Das nennt sich Carotinämie: Sie tritt auf, wenn man über längere Zeit große Mengen betacarotinreicher Lebensmittel isst, und man sieht sie vor allem an den Handflächen und Fußsohlen. Sie ist harmlos und verschwindet von selbst, wenn man weniger davon isst. Mit einem Glas ab und zu kommst du da nicht einmal in die Nähe.
Rezept ausprobiert oder noch Fragen?
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