Marshmallows mit Honig: elastisch, fluffig, ohne Glukosesirup und ohne Ei
Wenn du Marshmallows selber machen willst, brauchst du im Grunde nur Honig, Wasser und Gelatine 🍯 Dazu kommen eine Prise Salz und etwas Stärke zum Wälzen. Kein Haushaltszucker, kein Glukosesirup, kein Eiweiß, und trotzdem werden sie elastisch, federn beim Eindrücken wieder zurück und schmecken richtig nach Honig.
Falls du schon mal ein Marshmallow-Rezept gesucht und den Tab wieder zugemacht hast, sobald da „Glukosesirup“ stand: Das hier ist dein Rezept 😊 Der Glukosesirup soll verhindern, dass der Zuckersirup kristallisiert, und genau das macht der Honig auch. Nebenbei bringt er einen Geschmack mit, den Marshmallows aus der Tüte nicht mal ansatzweise haben.
Beim Marshmallows selber machen brauchst du Geduld nur bei zwei Dingen: Der Sirup muss die richtige Temperatur erreichen (wir zeigen dir, wie du das auch ohne Thermometer erkennst), und die Masse muss über Nacht ruhen. Gut Ding will Weile haben 😉 Den Rest erledigt die Küchenmaschine ✨
Marshmallow-Zutaten: Honig statt Glukosesirup
Klassische Marshmallows, in Deutschland auch Mäusespeck genannt, bestehen aus Zucker, Glukosesirup, Gelatine und ganz viel Luft. In unserem Rezept übernimmt der Honig die Rolle von Zucker und Glukosesirup. Das brauchst du:
- Honig ersetzt Zucker und Glukosesirup. Nimm einen hellen, milden Honig, zum Beispiel Akazienhonig oder hellen Blütenhonig.
- Gelatine: Wir nehmen 16 g gemahlene, geschmacksneutrale Gelatine. Ein Päckchen hat meist 9 g, du brauchst also knapp zwei: am besten abwiegen. Mit Blattgelatine nimmst du ebenfalls 16 g. Wie viele Blätter das sind, steht auf der Packung, denn das Gewicht pro Blatt ist je nach Marke unterschiedlich.
- Zum Wälzen: Speisestärke und Puderzucker, je zur Hälfte.
So machen wir sie zu Hause, Schritt für Schritt
Marshmallows mit Honig
Zutaten
Für den Sirup
- 220 g Honig hell und mild, z. B. Akazienhonig oder heller Blütenhonig
- 80 g Wasser
- 1 Prise Salz
Für die Gelatine
- 80 g kaltes Wasser
- 16 g gemahlene Gelatine geschmacksneutral; knapp 2 Päckchen à 9 g, abwiegen; oder 16 g Blattgelatine laut Notizen
Zum Wälzen
- 30 g Speisestärke
- 30 g Puderzucker optional, es geht auch nur mit Speisestärke
Anleitungen
- Gelatine quellen lassen. Gib die 80 g kaltes Wasser in eine große, hitzebeständige Rührschüssel und streue die 16 g Gelatine gleichmäßig darüber. Nicht auf einmal auf einen Haufen kippen. 5 bis 10 Minuten quellen lassen: Sie soll fest und wackelig aussehen, ohne trockenes Pulver.
- Sirup aufsetzen. In einem kleinen Topf (unserer hat 18 cm Durchmesser und ist 12 cm hoch) die 220 g Honig, die 80 g Wasser und die Prise Salz verrühren. Nur am Anfang umrühren, damit sich alles verbindet.
- Etwa 10 Minuten kochen, bis 115-118 °C. Sobald der Sirup kocht, nicht mehr umrühren. Behalte ihn im Auge: Der Honig steigt stark auf. Wenn du kein Thermometer hast, schau in die Notizen.
- Sirup zur Gelatine gießen. Lass die Küchenmaschine auf niedriger Stufe laufen und gieß den heißen Honigsirup in dünnem Strahl an der Schüsselwand entlang hinein, nicht direkt auf den Schneebesen.
- Auf hoher Stufe (8 von 10) 5 bis 10 Minuten aufschlagen. Aus der bernsteinfarbenen Flüssigkeit wird eine weiße, glänzende Creme, die ihr Volumen verdreifacht. Sie ist fertig, wenn beim Hochheben des Schneebesens ein dicker Faden langsam herunterläuft und erst nach einer Weile auf der Oberfläche verschwindet.
- In die Form füllen. Eine Form von 15 × 20 cm mit gefettetem Backpapier auslegen. Die Masse schnell hineingeben, denn sie wird von Minute zu Minute fester, und mit einem gefetteten Teigschaber glatt streichen.
- 6 Stunden oder über Nacht ruhen lassen. Bei Zimmertemperatur und nicht abgedeckt. Diesen Schritt kannst du nicht abkürzen.
- Aus der Form lösen und mit einem langen, gefetteten Messer in Würfel schneiden.
- In Speisestärke, Puderzucker oder einer Mischung aus beiden wälzen, damit sie nicht aneinanderkleben.
Notizen
- Ohne Thermometer: Lass etwas Sirup in ein Glas mit Eiswasser tropfen. Wenn du daraus eine weiche Kugel formen kannst, die sich zwischen den Fingern flach drücken lässt, ist der Punkt erreicht.
- Nicht abdecken und nicht zum Festwerden in den Kühlschrank stellen. Die Oberfläche muss an der Luft antrocknen, damit du die Marshmallows schneiden kannst.
- Blattgelatine: Nimm ebenfalls 16 g. Wie viele Blätter das sind, steht auf der Packung, denn das Gewicht pro Blatt ist je nach Marke unterschiedlich. Die Blätter 5 bis 10 Minuten in reichlich kaltem Wasser einweichen, gut ausdrücken und mit nur 30 bis 45 g Wasser in die Schüssel geben, nicht mit den 80 g.
- Honig ist nicht für Babys unter 12 Monaten geeignet.
- In einer luftdichten Dose halten sie sich bei Zimmertemperatur 1 bis 2 Wochen. Im Kühlschrank werden sie klebrig.
Hast du eine Frage zum Rezept? Frag uns in den Kommentaren, wir antworten dir. Und wenn du es nachmachst, erzähl uns, wie es geworden ist, wir freuen uns riesig, von dir zu lesen! 🤗
Sirup auf 115-118 °C kochen, auch ohne Thermometer
Diesen Bereich nennt man in der Zuckerküche weicher Ballen, und du erkennst ihn mit einem Glas eiskaltem Wasser. Ein Trick von früher, der einfach funktioniert.
Stell dir ein Glas mit Leitungswasser und ein paar Eiswürfeln bereit. Wenn der Sirup etwa 8 Minuten kocht:
- Nimm mit einem Teelöffel etwas Sirup und lass ihn ins kalte Wasser tropfen.
- Warte ein paar Sekunden und hol ihn mit den Fingern heraus.
- Wenn er sich im Wasser auflöst und du ihn nicht greifen kannst, fehlt noch etwas. Weiterkochen und nach einer Minute wieder testen.
- Wenn du eine weiche Kugel formen kannst, die sich zwischen den Fingern flach drücken lässt und nicht in ihre Form zurückgeht, hat der Sirup die richtige Konsistenz. Sofort vom Herd nehmen.
- Wenn die Kugel hart und brüchig ist, hast du den Sirup zu lange gekocht. Die Marshmallows werden dann dichter und zäher, schmecken aber trotzdem.
Zwei Zeichen helfen dir beim Warten: Aus großen, trägen Blasen wird ein feiner, dichter Schaum, und der Sirup wird sichtbar dicker, wenn du den Topf bewegst.
Marshmallows selber machen: vier typische Fehler
Der falsche Topf. Für diese Menge passt am besten ein Topf mit 16 bis 18 cm Durchmesser und mindestens 10 cm Höhe. Ist er zu breit, steht der Sirup kaum einen Finger hoch. Dann verdampft das Wasser viel schneller, der Sirup erreicht 115 °C deutlich vor den 10 Minuten aus dem Rezept, und das Thermometer steckt nicht tief genug darin, um richtig zu messen. Ist der Topf zu klein, kocht der Honig über, denn beim Kochen kann er sein Volumen verdreifachen oder mehr.
Den Sirup zu schnell eingießen. Wenn du ihn auf einmal auf den laufenden Schneebesen kippst, spritzt Sirup mit 116 °C herum (das tut richtig weh) und wird an der kalten Schüsselwand zu Karamellfäden. Die findest du später als harte Stückchen im Marshmallow wieder. Also: in dünnem Strahl, an der Schüsselwand entlang, auf niedriger Stufe.
Zu kurz aufschlagen. Wenn du aufhörst, sobald die Masse „schon weiß“ ist, hat sie noch nicht genug Luft aufgenommen und noch nicht angefangen, fest zu werden. Das Zeichen ist nicht die Farbe, sondern der Faden: Wenn du den Schneebesen hebst, muss ein dickes Band herunterfallen, das kurz auf der Oberfläche sichtbar bleibt.
Abdecken oder zum Festwerden in den Kühlschrank stellen. Die Oberfläche muss an der Luft antrocknen, damit sich eine feine Haut bildet und du die Masse schneiden kannst. Abgedeckt oder im Kalten bleibt die Feuchtigkeit drin, und am nächsten Tag hast du eine klebrige Masse, die sich kaum noch verarbeiten lässt.
Marshmallows ohne Ei: warum dieses Rezept kein Eiweiß braucht
Vielleicht hast du schon Marshmallow-Rezepte gesehen, in denen Eiweiß extra steif geschlagen und am Ende untergehoben wird. Hier brauchst du das nicht, und es lohnt sich zu verstehen, warum.
In einem Marshmallow gibt es zwei Dinge, die Luft festhalten können: Eiweiß und Gelatine. Eiweiß bringt schnell Volumen und eine leichtere, luftigere Textur, ähnlich wie Baiser. Die eigentliche Arbeit macht aber die Gelatine: Beim Abkühlen bildet sie ein Netz, das die Luftbläschen einfängt und für immer festhält.
Mit 16 g Gelatine auf diese Menge Sirup hast du mehr als genug Halt. Eiweiß wäre ein Extra für mehr Lockerheit, keine Notwendigkeit. Dafür müsstest du in zwei Schüsseln aufschlagen, hättest zwei Eigelb übrig und rohes Ei in einem Rezept, das stundenlang bei Zimmertemperatur steht.
Das hier sind also Marshmallows mit Gelatine: dichter und elastischer als die mit Eiweiß und mit mehr Biss. Genau die Textur, die man von Marshmallows aus der Tüte kennt 😍
Und falls du Lust auf eine fruchtige Variante ohne gekochten Sirup hast: Unsere Apfel-Marshmallows brauchen nur Äpfel und Gelatine 🍎 Und wer lieber etwas zum Kauen mag: Mit derselben Gelatine kannst du auch Fruchtgummis selber machen, ganz einfach und mit nur 2 Zutaten.
Marshmallows schneiden und wälzen, ohne dass sie kleben
Beim Marshmallows selber machen ist das Schneiden der klebrigste Teil. Fette ein langes Messer mit etwas Küchenpapier und ein paar Tropfen neutralem Öl ein, und wisch es nach 4 oder 5 Schnitten ab und fette es neu ein. Ein Messer mit Wellenschliff eignet sich hier nicht, es drückt die Marshmallows platt. Schneide sauber von oben nach unten.
Zum Wälzen nehmen wir klassisch halb Speisestärke, halb Puderzucker. Die Stärke nimmt die Feuchtigkeit an der Oberfläche auf, der Puderzucker sorgt für das samtige Finish wie bei gekauften Marshmallows.
Nur mit Speisestärke geht es auch, dann sind sie weniger süß, aber etwas matter und beim Reinbeißen leicht mehlig. Nur Puderzucker empfehlen wir dagegen nicht: Der Zucker zieht durch Osmose Feuchtigkeit aus dem Marshmallow, und nach ein paar Stunden hast du nassen Zucker.
Gib die Mischung in eine Schüssel, wälze die Würfel portionsweise darin und schüttle den Überschuss in einem Sieb ab. Wälze alle Seiten, auch die Schnittflächen, denn genau die kleben.
Aufbewahrung: bei Zimmertemperatur, nie im Kühlschrank
Das Schöne, wenn du Marshmallows selber machen kannst: In einer luftdichten Dose bei Zimmertemperatur halten sie sich 1 bis 2 Wochen problemlos, du kannst also gut auf Vorrat arbeiten.
Im Kühlschrank nicht. Honig ist hygroskopisch (er zieht Feuchtigkeit aus der Umgebung an), und im Kühlschrank ist es feucht: Die Stärke löst sich auf, die Oberfläche schwitzt und die Marshmallows kleben aneinander. Unsere Honig-Marshmallows sind dabei etwas empfindlicher als klassische mit Zucker, deshalb ist die luftdichte Dose wichtig.
Einfrieren lohnt sich auch nicht wirklich: Sie verderben nicht, aber beim Auftauen geben sie Wasser ab und verlieren ihre Hülle.
Wenn sie nach ein paar Tagen außen klebrig werden, wälze sie einfach noch einmal in Speisestärke, dann sind sie wie neu ✨
Marshmallows selber machen: häufige Fragen
Kann man Marshmallows ohne Glukosesirup machen?
Ja, und wenn du Marshmallows selber machen willst, ist Honig der beste Ersatz. Glukosesirup steht in klassischen Rezepten, damit der Zuckersirup nicht wieder kristallisiert und sandig wird. Honig macht genau dasselbe, weil er ebenfalls eine Mischung aus verschiedenen Zuckern ist, die sich nicht zu Kristallen ordnen. Dazu bringt er Geschmack mit, was Glukosesirup nicht tut 🍯
Sind diese Marshmallows zuckerfrei?
Nein, und das sagen wir lieber ganz klar: Sie enthalten 220 g Honig, und Honig ist Zucker. Was sie nicht brauchen, sind Haushaltszucker und Glukosesirup. Es sind selbstgemachte Süßigkeiten aus wenigen Zutaten, kein zuckerarmer Nachtisch 😊
Warum werden meine Marshmallows nicht fluffig?
Meistens hat der Sirup keine 115 °C erreicht. Darunter bleibt zu viel Wasser in der Masse, und die Gelatine kann den Schaum nicht halten: Er geht kurz auf und fällt wieder zusammen. Der zweite Grund ist zu kurzes Aufschlagen. Das Zeichen ist nicht, dass die Masse weiß ist, sondern dass beim Hochheben des Schneebesens ein dicker Faden herunterläuft, der nur langsam auf der Oberfläche verschwindet. Wie du die Temperatur auch ohne Thermometer erkennst, erklären wir oben.
Welcher Honig eignet sich am besten für Marshmallows?
Ein heller, milder Honig: Akazienhonig, Orangenblütenhonig oder ein heller Blütenhonig. Beim Kochen auf 116 °C wird der Honiggeschmack konzentriert und leicht geröstet. Ein dunkler, kräftiger Honig (Kastanie, Heide, Eukalyptus) ergibt deshalb Marshmallows mit sehr dominantem Geschmack, den nicht jeder mag, vor allem Kinder nicht. Hast du nur kräftigen Honig da, klappt die Textur genauso gut: Es ist nur eine Frage des Geschmacks.
Kann ich Blattgelatine statt gemahlener Gelatine nehmen?
Ja. Du brauchst 16 g Blattgelatine. Wie viele Blätter das sind, steht auf der Packung, denn das Gewicht pro Blatt ist je nach Marke unterschiedlich. Weiche die Blätter 5 bis 10 Minuten in reichlich kaltem Wasser ein, drück sie gut aus und gib sie mit nur 30 bis 45 g Wasser in die Schüssel, nicht mit den 80 g aus dem Rezept. Die Blätter haben schon Wasser aufgenommen, und mit den vollen 80 g wird die Masse zu weich.
Wie lange halten selbstgemachte Marshmallows?
1 bis 2 Wochen in einer luftdichten Dose bei Zimmertemperatur. Bewahre sie nicht im Kühlschrank auf: Honig zieht Feuchtigkeit an, die Stärke löst sich auf und die Marshmallows kleben aneinander. Wenn sie mit der Zeit außen klebrig werden, wälze sie noch einmal in Speisestärke, dann sind sie wie frisch gemacht ✨
Kann man diese Marshmallows grillen?
Ja, und sie werden super, aber lass sie nicht aus den Augen. Honig enthält Fruchtzucker, und der bräunt schneller als normaler Zucker. Deshalb rösten sie viel schneller als gekaufte Marshmallows: Statt zehn Sekunden brauchen sie nur drei oder vier. Halte sie über die Glut, nicht in die Flamme 🔥
Enthalten die Marshmallows Ei?
Nein. Viele Marshmallow-Rezepte schlagen zusätzlich zur Gelatine Eiweiß auf, dieses hier braucht das nicht: Die Gelatine allein hält die Luft perfekt (warum das so ist). Sie eignen sich also auch bei einer Eiallergie, und du hast kein Eigelb übrig. Vegan sind sie nicht, weil Gelatine tierischen Ursprungs ist.
Rezept ausprobiert oder noch Fragen?
Hast du vor dem Start noch eine Frage? Frag uns hier unten, wir antworten dir. Und wenn du das Rezept schon gemacht hast, erzähl uns, wie es geworden ist, oder hinterlass uns eine Bewertung: Das hilft uns sehr, damit mehr Menschen das Rezept finden 😊
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