Shokupan mit Sauerteig: so fluffig wie eine Wolke
Dieses Shokupan mit Sauerteig ist unsere Version des japanischen Toastbrots: hoch, mit dünner Kruste und einer Krume, die so weich ist, dass sie fast zerfällt. Wir backen es für den Toast zum Frühstück und die Pausenbrote der Woche, und bei uns ist es immer am schnellsten weg.
Es hat zwei Geheimnisse. Das erste ist das Tangzhong, ein gekochter Brei aus Milch und Mehl, der Wasser bindet und dafür sorgt, dass die Krume mehrere Tage weich bleibt. Das zweite: Es geht nur mit Sauerteig auf, ganz ohne Backhefe, und deshalb können wir es ganz entspannt einplanen: den Teig am Nachmittag, die Form in den Kühlschrank und am nächsten Tag in den Ofen, wann es dir am besten passt.
Vielleicht kennst du es als Hokkaido-Milchbrot oder japanisches Milchbrot, die gehören zur selben Familie. Es ist weicher und einen Hauch süßer als das klassische Toastbrot aus dem Supermarkt und genauso praktisch für jeden Tag.
Wir geben dir alles in Gramm an und vor allem die Zeichen, an denen du erkennst, wann jeder Schritt fertig ist. Bei Sauerteig gibt der Teig den Takt vor, nicht die Uhr.
Vorbereiten musst du nur eins: 120 g aktiven Sauerteig auf seinem Höhepunkt. Wenn du nicht weißt, wie du ihn dahin bekommst, erklären wir es dir direkt unter dem Rezept. Und wenn du noch gar keinen Sauerteig hast, fang mit unserer Anleitung zum Sauerteig ansetzen an.
So machen wir es zu Hause, Schritt für Schritt
Shokupan mit Sauerteig (japanisches Toastbrot)
Kochutensilien
- Kleiner Topf Für das Tangzhong
- Küchenmaschine oder große Schüssel Von Hand geht es auch
- Küchenwaage Das ganze Rezept ist in Gramm
- Kastenform, etwa 10 x 25 cm Oder eine Auflaufform ähnlicher Größe
- Nudelholz Zum Ausrollen der Rollen
- Küchenthermometer Sehr zu empfehlen
- Alufolie Für das Hütchen beim Backen (wenn deine Form keinen Deckel hat)
- Frischhaltefolie Zum Abdecken des Tangzhong
- Kuchengitter Zum Abkühlen
Zutaten
Für das Tangzhong
- 125 g Milch
- 25 g Weizenmehl Type 550
Für den Teig
- 165 g Milch Zimmertemperatur
- 1 Ei Größe M
- 60 g Zucker
- 435 g Weizenmehl Type 550
- 120 g Sauerteig aktiv und auf seinem Höhepunkt, 100 % Hydration
- 10 g feines Salz
- 60 g Butter sehr weich, aber nicht geschmolzen
Zum Einfetten und Bestreichen
- 1 EL Butter oder neutrales Öl zum Einfetten von Schüssel und Form
- 1 EL geschmolzene Butter optional, zum Bestreichen nach dem Backen
Anleitungen
Das Tangzhong
- Tangzhong kochen. Verrühr in einem kleinen Topf die 125 g Milch kalt mit den 25 g Mehl, bis keine Klümpchen mehr da sind. Bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren erwärmen: In 2 bis 3 Minuten wird daraus ein dicker Brei.
- Abdecken und abkühlen lassen. Füll es in eine Schüssel und deck es mit Frischhaltefolie ab, damit es nicht austrocknet. Es muss lauwarm sein oder Zimmertemperatur haben, wenn du es verwendest, denn heiß kann es dem Sauerteig schaden. Wenn es schnell gehen soll, ein paar Minuten in den Kühlschrank, aber nicht ganz kalt werden lassen.
Der Teig
- Flüssigkeiten verrühren. In der Schüssel der Küchenmaschine oder in einer großen Schüssel die 165 g Milch, das Ei und die 60 g Zucker ein paar Sekunden verrühren. Das Tangzhong dazugeben und glatt rühren.
- Mehl unterrühren. Die 435 g nur so lange untermischen, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist, mit einem großen Schneebesen oder mit den Händen. Der Teig sieht unschön und klebrig aus: Das ist normal.
- 20 Minuten ruhen lassen. Mit abgedeckter Schüssel. Das Mehl quillt, und danach lässt sich der Teig viel besser verarbeiten.
- Sauerteig dazugeben. Die 120 g, aktiv und auf seinem Höhepunkt, und ein paar Minuten kneten. Mit der Küchenmaschine 3 bis 4 Minuten auf niedriger Stufe.
- Salz dazugeben. Die 10 g, und noch 2 Minuten kneten, bis der Teig gleichmäßig aussieht.
- Butter in drei Portionen einarbeiten. Sehr weich, aber nicht geschmolzen. Gib die nächste Portion erst dazu, wenn die vorherige verschwunden ist. Am Anfang sieht es so aus, als würde der Teig zerreißen: Knete weiter, bis er wieder glatt ist. Von Hand den Teig nach oben ziehen und über sich selbst falten, mit der Küchenmaschine auf niedriger Stufe. Wenn sich die Butter nicht einarbeiten lässt, lass den Teig 10 Minuten ruhen, und wenn er warm wird und klebt, stell ihn kurz in den Kühlschrank.
Gare und Formen
- Stockgare. Den Teig in eine leicht gefettete Schüssel geben und abdecken. Nach einer Stunde einmal von allen vier Seiten dehnen und falten. Insgesamt 3 bis 6 Stunden, je nach Temperatur, bis er um etwa 60 % aufgegangen ist, luftig aussieht und wie ein Pudding wackelt, wenn du die Schüssel bewegst.
- Teilen und rund schleifen. Auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche in 3 gleich große Stücke von etwa 350 g teilen. Zu Kugeln formen, indem du den Teig von dir wegschiebst und wieder zu dir heranziehst, abdecken und 15 Minuten ruhen lassen.
- Rollen formen. Jede Kugel zu einem Rechteck flach drücken, die Seiten zur Mitte falten, mit dem Nudelholz zu einem langen Streifen ausrollen und fest aufrollen, ohne Luft einzuschließen. Mit der Naht nach unten in die gefettete Form legen.
- Stückgare in der Form. Abgedeckt 3 bis 6 Stunden bei Zimmertemperatur, oder über Nacht in den Kühlschrank und danach bei Zimmertemperatur, bis der Teig fertig ist. Das ist er, wenn die Delle langsam zurückgeht und eine kleine Mulde bleibt, wenn du mit einem feuchten oder geölten Finger hineindrückst.
Backen
- 25 Minuten abgedeckt backen. Im auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Ofen, mit einem lockeren Hütchen aus Alufolie, das den Teig nicht berührt.
- Folie abnehmen und fertig backen. Auf 175 °C herunterschalten und noch 30 Minuten backen, bis die Mitte zwischen 93 und 96 °C anzeigt. Ohne Thermometer: wenn es kräftig gebräunt ist und sich fest anfühlt.
- Aus der Form nehmen und abkühlen lassen. In den ersten Minuten, damit es nicht feucht wird. Wenn du magst, mit geschmolzener Butter bestreichen. Mindestens 2 Stunden auf einem Gitter abkühlen lassen, bevor du es anschneidest.
Notizen
- Das Tangzhong muss lauwarm sein oder Zimmertemperatur haben, wenn du es dazugibst. Heiß kann es dem Sauerteig schaden.
- Der Sauerteig muss aktiv und auf seinem Höhepunkt sein. In diesem Teig stecken Zucker, Ei und Butter, die ihn bremsen, und mit einem müden Sauerteig dauert die Gare sehr lange. Wie du ihn vorbereitest, erklären wir dir direkt unter dem Rezept.
- Die Garzeiten hängen von der Temperatur in deiner Küche ab. Verlass dich auf die Zeichen: bei der Stockgare etwa 60 % aufgegangen und wackelt wie ein Pudding, in der Form die Fingerprobe.
- Wenn du es am nächsten Tag backen willst, stell die Form direkt nach dem Formen abgedeckt in den Kühlschrank.
- Die Gesamtzeit gilt für die Variante an einem Tag, mit mittleren Zeiten. Das Füttern des Sauerteigs und die 2 Stunden Abkühlen sind nicht eingerechnet.
- Keine Kastenform? Eine Auflaufform ähnlicher Größe geht auch: Teil den Teig in mehr Stücke und verlass dich aufs Thermometer.
- Mit Backhefe statt Sauerteig? Weiter unten, bei den Varianten, erklären wir dir, wie du das Rezept anpasst.
- Du hast noch keinen Sauerteig? Fang mit unserer Anleitung zum Sauerteig ansetzen an.
Hast du eine Frage zum Rezept? Frag uns in den Kommentaren, wir antworten dir. Und wenn du es nachmachst, erzähl uns, wie es geworden ist, wir freuen uns riesig, von dir zu lesen! 🤗
Der Sauerteig: so erwischst du ihn auf seinem Höhepunkt
Für dieses Brot brauchst du 120 g aktiven Sauerteig auf seinem Höhepunkt, mit 100 % Hydration, also mit gleich viel Mehl wie Wasser gefüttert. Auf dem Höhepunkt heißt: am höchsten Punkt, nachdem du ihn gefüttert hast. Er hat sein Volumen verdoppelt, ist voller Bläschen, die Oberfläche ist gewölbt, und er riecht mild säuerlich, wie Joghurt.
Hier kommt es noch mehr auf den richtigen Moment an als bei einem Laib Brot. In diesem Teig stecken Zucker, Ei und Butter, und all das bremst den Sauerteig. Wenn du ihn müde oder direkt aus dem Kühlschrank verwendest, dauert die Gare ewig.
Du hast noch keinen Sauerteig? Fang mit unserer Anleitung zum Sauerteig ansetzen an: In ein paar Tagen ist er bereit.
So bereitest du die 120 g vor
Wenn du deinen Sauerteig im Kühlschrank aufbewahrst, füttere ihn ein paar Stunden, bevor du anfängst:
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Sauerteig aus dem Kühlschrank | 30 g |
| Weizenmehl | 75 g |
| Wasser mit Zimmertemperatur | 75 g |
Verrühren, locker abdecken, nicht luftdicht, und bei Zimmertemperatur stehen lassen. Das sind dieselben Mengen wie bei unserem Sauerteigbrot, also passen auch die Zeiten: etwa 4 bis 5 Stunden in einer warmen Küche (24-26 °C), 6 bis 8 in einer mittelwarmen (20-22 °C) und 10 bis 12, wenn es kühl ist.
So bekommst du 180 g: 120 g nimmst du fürs Brot, die restlichen 60 g kommen fürs nächste Mal zurück in den Kühlschrank.
Woran du erkennst, dass dein Sauerteig fertig ist, und was du machst, wenn er wochenlang unberührt im Kühlschrank stand, erklären wir ausführlich in unserer Anleitung zum Sauerteig ansetzen.
Was Tangzhong ist und warum die Krume dadurch so weich wird
Tangzhong ist eine Technik, die bei asiatischen Milchbroten ganz üblich ist. Dabei kochst du einen kleinen Teil des Mehls mit Milch, bis es eindickt, und gibst diesen Brei dann zum Teig.
Klingt nach einer Kleinigkeit, verändert die Krume aber komplett. Beim Kochen verkleistert die Stärke im Mehl und kann viel mehr Wasser binden als roh. Dieses Wasser bleibt beim Backen und danach im Brot, und deshalb wird die Krume so weich und bleibt es mehrere Tage lang.
Wir nehmen das klassische Verhältnis: 1 Teil Mehl auf 5 Teile Flüssigkeit. Das sind 25 g Mehl und 125 g Milch, etwas mehr als 5 % des gesamten Mehls im Brot.
Woran du erkennst, dass es fertig ist
Bei schwacher Hitze und unter ständigem Rühren wird aus der flüssigen Milch in 2 bis 3 Minuten ein dicker Brei, ähnlich wie eine Béchamel. Wenn du mit dem Löffel über den Topfboden ziehst, bleibt eine Spur, die sich nur langsam wieder schließt. Mit Thermometer ist es bei etwa 65 °C fertig. Kochen muss es nicht.
Die zwei typischen Fehler
Klümpchen. Verrühr das Mehl mit der kalten Milch, bevor du den Herd anmachst. Gibst du das Mehl in heiße Milch, klumpt es sofort.
Es heiß dazugeben. Es muss lauwarm sein oder Zimmertemperatur haben, denn heiß kann es dem Sauerteig schaden. Du kannst es vorher zubereiten und mit Frischhaltefolie abgedeckt in den Kühlschrank stellen, nimm es aber rechtzeitig heraus, damit es Zimmertemperatur annimmt.
Darauf kommt es an, damit es weich und hoch wird
Die Butter: sehr weich und in drei Portionen
Die Butter kommt erst dazu, wenn der Teig schon zusammengekommen ist, nicht gleich am Anfang, denn das Fett umhüllt das Mehl und erschwert die Bildung des Glutens. Erst lassen wir dem Teig Zeit, Struktur aufzubauen, dann machen wir ihn reichhaltiger.
Sie muss sehr weich sein, aber nicht geschmolzen: Wenn sie schmilzt, trennt sich das Fett, und du bekommst sie nicht mehr eingearbeitet. Nimm sie etwa zwei Stunden vorher aus dem Kühlschrank.
Bei jeder Portion sieht es so aus, als würde der Teig zerreißen und rutschig werden. Das ist normal. Knete weiter, bis er wieder glatt und gleichmäßig ist, ohne sichtbare Butterstückchen, und gib erst dann die nächste Portion dazu. Von Hand klappt es sehr gut, wenn du den Teig nach oben ziehst, ohne dass er reißt, ihn über sich selbst faltest und dabei die Schüssel drehst.
Wenn sich die Butter nicht einarbeiten lässt, lass den Teig 10 Minuten ruhen. Wenn er warm geworden ist und stark klebt, stell ihn kurz in den Kühlschrank, bevor du weitermachst.
Warum der Teig langsamer geht als ein normales Sauerteigbrot
Bei unserem Sauerteiglaib dauert die Stockgare 2 bis 3 Stunden. Hier sind es 3 bis 6. Das liegt an Zucker, Butter und Ei, die den Sauerteig bei der Arbeit bremsen.
Deshalb sind die Stunden nur ein Richtwert. Der Teig ist fertig, wenn er um etwa 60 % aufgegangen ist und luftig aussieht. In einer Glasschüssel siehst du kleine Bläschen am Rand. Und das verlässlichste Zeichen: Wenn du die Schüssel bewegst, wackelt der Teig leicht, wie ein Pudding.
Fest aufrollen
Durch das Formen zu drei Rollen bekommt Shokupan seine drei Hügel und seine feine, gleichmäßige Krume. Roll jedes Stück mit dem Nudelholz zu einem langen Streifen aus und roll es dann fest auf, ohne Luft einzuschließen. Sind die Rollen locker, entstehen große Löcher in der Krume.
Wieg die Stücke ab, damit sie gleich groß sind, je etwa 350 g. So gehen sie gleichzeitig auf, und das Brot wird gleichmäßig.
Die Fingerprobe
So erkennst du am zuverlässigsten, ob die Stückgare fertig ist. Drück den Teig mit einem feuchten oder geölten Finger sanft ein:
- Geht die Delle langsam zurück und bleibt eine kleine Mulde, ist er fertig.
- Springt sie schnell zurück und ist nichts mehr zu sehen, braucht er noch Zeit.
- Bleibt sie eingedrückt und geht nicht zurück, ist er kurz davor überzugehen: sofort in den Ofen.
Das Hütchen aus Alufolie
In den ersten 25 Minuten decken wir die Form mit einem Hütchen aus Alufolie ab, locker und ohne dass es den Teig berührt. In diesem Teig stecken Zucker, Milch und Ei, und er bräunt sehr schnell. Abgedeckt kann das Brot fertig aufgehen und innen durchbacken, bevor die Kruste Farbe bekommt. Danach nehmen wir die Folie ab, drehen die Temperatur herunter und lassen es bräunen.
Eine japanische Form mit Deckel brauchst du nicht. Mit Deckel wird Shokupan eckig. Mit dem Hütchen bekommt es eine runde Oberseite, und so machen wir es. Das Hütchen muss weder perfekt noch dicht sein.
Das Thermometer, die größte Hilfe bei diesem Brot
Ein Brot mit Butter, Zucker und Ei kann außen schön gebräunt und in der Mitte noch roh sein. Mit einem Küchenthermometer bist du auf der sicheren Seite: Es ist fertig, wenn die Mitte zwischen 93 und 96 °C anzeigt.
Ohne Thermometer achtest du auf eine kräftige Bräune und darauf, dass sich das Brot fest anfühlt. Wenn du unsicher bist, lass es noch ein paar Minuten drin: lieber etwas zu lange als roh.
Schnell aus der Form und zwei Stunden warten
Nimm das Brot in den ersten Minuten nach dem Backen aus der Form. In der heißen Form sammelt sich Dampf, und Boden und Seiten werden feucht.
Danach lässt du es mindestens 2 Stunden auf einem Gitter abkühlen, bevor du es anschneidest. Die Krume setzt sich noch, und wenn du es früher anschneidest, drückt das Messer sie platt. Wir wissen, das ist hart.
Unser Zeitplan: Teig am Nachmittag, Ofen am nächsten Tag
So planen wir es in einer mittelwarmen Küche mit etwa 20-22 °C. Ist deine Küche wärmer, geht alles schneller, ist sie kühl, dauert es länger.
| Wann | Was du machst |
|---|---|
| Tag 1, 9:00 | Du fütterst den Sauerteig (30 g + 75 g + 75 g) |
| Tag 1, 15:00 | Du kochst das Tangzhong und lässt es abkühlen |
| Tag 1, 15:30 | Du verrührst den Teig, lässt ihn 20 Minuten ruhen und gibst Sauerteig, Salz und Butter dazu |
| Tag 1, 16:30 | Die Stockgare beginnt. Um 17:30 einmal dehnen und falten |
| Tag 1, zwischen 20:30 und 21:30 | Wenn der Teig wie ein Pudding wackelt: teilen, rund schleifen, formen und ab in die Form |
| Tag 1, abends | Die Form gut abgedeckt in den Kühlschrank |
| Tag 2, morgens | Du nimmst die Form heraus und wartest, bis die Fingerprobe klappt. In unserer Küche dauert das etwa 2 Stunden |
| Tag 2 | 55 Minuten backen, aus der Form nehmen und 2 Stunden abkühlen lassen |
Wenn du lieber alles an einem Tag machen willst, ohne Kühlschrank, dauert die Stückgare noch einmal 3 bis 6 Stunden bei Zimmertemperatur, und du backst das Brot am selben Abend.
Die Kastenform: Maße und Alternativen
Wir nehmen eine Kastenform von etwa 10 x 25 cm, ohne Deckel. Mit diesem Rezept bekommst du etwas mehr als 1 kg Teig, damit ist sie gut gefüllt.
Eine etwas breitere Form, zum Beispiel 13 x 23 cm, geht auch. Das Brot wird darin nur etwas flacher.
Egal welche Form du hast, fette sie gut mit Butter oder Öl ein, bis in alle Ecken, oder leg sie mit Backpapier aus. Dieser Teig klebt.
Und wenn du keine Kastenform hast? In einer Auflaufform
Du musst nichts kaufen. Wir haben es in einer ganz normalen Auflaufform gebacken, und es war genauso gut, nur mit einer anderen Form. Drei Dinge, damit es klappt:
Nimm eine Form, die ungefähr so groß ist wie die Kastenform. Ist sie viel größer, läuft der Teig auseinander, und das Brot wird flach und breit. Ist sie kleiner, läuft er über.
Teil den Teig in mehr Stücke. Statt drei Rollen formst du mehr und kleinere Stücke und verteilst sie so, dass sie die Form gleichmäßig füllen und gleichzeitig aufgehen.
Verlass dich mehr aufs Thermometer als auf die Uhr. Auflaufformen aus Glas oder Keramik heizen sich langsamer auf als eine Metallform, und auch die Form verändert die Backzeit. Es ist fertig, wenn die Mitte zwischen 93 und 96 °C anzeigt.
Das Alu-Hütchen in den ersten 25 Minuten funktioniert genauso.
Varianten: mit Backhefe oder ohne Ei
Mit Backhefe statt Sauerteig
Das geht, aber es reicht nicht, einfach den Sauerteig wegzulassen. Die 120 g Sauerteig sind eigentlich 60 g Mehl und 60 g Wasser. Lässt du sie einfach weg, wird der Teig trockener und das Brot kleiner. Das musst du ändern:
| Änderung | Menge |
|---|---|
| Sauerteig weglassen | 120 g |
| Mehr Weizenmehl dazugeben, zusammen mit dem übrigen Mehl | 60 g (insgesamt 495 g im Teig) |
| Mehr Milch dazugeben, zusammen mit den Flüssigkeiten | 60 g (insgesamt 225 g im Teig) |
| Trockenhefe dazugeben | 5 g, oder 15 g frische Hefe |
Am Tangzhong ändert sich nichts. Die Hefe kommt im selben Moment dazu, in dem du sonst den Sauerteig zugeben würdest, nach den 20 Minuten Ruhezeit.
Alles andere bleibt gleich, nur die Zeiten nicht: Mit Hefe geht es viel schneller. Die Stockgare dauert meist 1 bis 2 Stunden, die Stückgare etwa eine Stunde. Richte dich trotzdem nach denselben Zeichen: dem Pudding-Wackeln und der Fingerprobe.
Das Brot wird gut, schmeckt aber flacher. Was der Sauerteig mitbringt, außer dass du alles ganz entspannt planen kannst, ist dieser vielschichtigere Geschmack, ohne sauer zu sein.
Ohne Ei
Ersetz das Ei durch 50 g Milch. Das Brot gelingt trotzdem, die Krume wird nur etwas weniger weich und die Farbe etwas blasser.
So bewahrst du dein Shokupan mit Sauerteig auf
Dank Tangzhong bleibt dieses Brot 3 bis 4 Tage bei Zimmertemperatur weich. Pack es erst ein, wenn es komplett abgekühlt ist, in einen verschlossenen Beutel oder eine Dose. Hier gibt es keine knusprige Kruste zu schützen: Wichtig ist nur, dass die Krume keine Feuchtigkeit verliert.
Im Kühlschrank lieber nicht. Durch die Kälte wird Brot viel schneller altbacken als auf der Arbeitsfläche.
Für länger ab in den Tiefkühler. Schneid es noch am selben Tag in Scheiben, frier sie im Beutel ein und toaste sie direkt gefroren, oder lass sie etwa 10 Minuten bei Zimmertemperatur auftauen.
Häufige Fragen zum Shokupan mit Sauerteig
Ist Shokupan dasselbe wie Hokkaido-Milchbrot?
Fast. Shokupan ist in Japan der Name für Toastbrot, und Hokkaido-Milchbrot ist ein Milchbrot, weicher und milchiger, das meist mit Tangzhong gebacken wird. In der Praxis verwenden viele beide Namen für dasselbe Brot. Unseres liegt dazwischen: Es hat die Form von Shokupan und die weiche Krume eines Milchbrots.
Kann ich Backhefe statt Sauerteig nehmen?
Ja, aber du musst das Rezept anpassen: Du lässt die 120 g Sauerteig weg und gibst 60 g Mehl, 60 g Milch und 5 g Trockenhefe oder 15 g frische Hefe dazu. Mit Hefe geht es viel schneller, und der Geschmack ist flacher. Schritt für Schritt erklären wir es dir bei der Variante mit Backhefe.
Geht es auch ohne Ei?
Ja, ersetz es durch 50 g Milch. Die Krume wird etwas weniger weich und das Brot etwas blasser, aber es gelingt.
Warum fällt es nach dem Backen ein oder bekommt Falten an den Seiten?
Fast immer liegt es an einem von zwei Dingen: Es ist übergangen oder nicht lange genug gebacken. Geht der Teig vor dem Backen zu stark auf, hält die Struktur nicht, und er fällt zusammen. Hat die Mitte keine 93 °C erreicht, sinken die Seiten beim Abkühlen ein. Achte auf die Fingerprobe, verlass dich aufs Thermometer und nimm das Brot sofort aus der Form.
Warum geht mein Teig nicht auf?
Meistens war der Sauerteig nicht auf seinem Höhepunkt, oder die Küche ist kühl. In diesem Teig stecken Zucker, Ei und Butter, und er geht langsamer als ein normales Brot: Bei Kälte können aus den 3 bis 6 Stunden deutlich mehr werden. Gib ihm Zeit und richte dich nach den Zeichen, nicht nach der Uhr.
Geht es auch ohne Küchenmaschine?
Ja, von Hand wird es genauso gut, es kostet nur mehr Armkraft, vor allem beim Einarbeiten der Butter. Am besten klappt es, wenn du den Teig nach oben ziehst, ohne dass er reißt, ihn über sich selbst faltest und dabei die Schüssel drehst, bis die Butter verschwunden ist. Im Video zeigen wir dir, wie es geht.
Woran erkenne ich ohne Thermometer, dass es fertig ist?
Achte auf eine kräftige Bräune und darauf, dass sich das Brot fest anfühlt. Wenn du unsicher bist, lass es noch ein paar Minuten drin: lieber etwas zu lange als roh. Trotzdem: Ein Küchenthermometer kostet wenig und nimmt dir alle Zweifel.
Wann stelle ich die Form in den Kühlschrank?
Direkt nach dem Formen, wenn die Rollen in der Form liegen und abgedeckt sind. Die Kälte legt die Stückgare auf Pause. Am nächsten Tag nimmst du die Form heraus und wartest bei Zimmertemperatur, bis die Fingerprobe klappt, bevor du das Brot backst.
Welches Mehl brauche ich?
Ein kräftiges Weizenmehl, zum Beispiel Type 550, mit 12 bis 13 g Eiweiß pro 100 g. Das steht in der Nährwerttabelle auf der Packung.
Kann ich es auch ohne Kastenform backen?
Ja, in einer Auflaufform ähnlicher Größe. Teil den Teig in mehr Stücke, damit sie die Form gleichmäßig füllen, und verlass dich mehr auf die Temperatur im Inneren als auf die Zeit. Wie das geht, erzählen wir dir beim Backen in der Auflaufform.
Kann ich es mit Sauerteig-Discard backen?
Nein, für dieses Brot brauchst du aktiven Sauerteig auf seinem Höhepunkt. Discard hat nicht genug Kraft, um einen Teig mit so viel Butter und Zucker hochzubringen, und das Brot würde nicht aufgehen. Wenn du Discard übrig hast, werden daraus richtig fluffige Sauerteig-Pancakes.
Wie lange hält es, und kann ich es einfrieren?
Es bleibt 3 bis 4 Tage bei Zimmertemperatur in einem verschlossenen Beutel weich. Und es lässt sich super einfrieren: Schneid es noch am selben Tag in Scheiben und toaste sie direkt gefroren.
Rezept ausprobiert oder noch Fragen?
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