Selbstgemachter Vanilleextrakt: einfaches Rezept mit ausgekratzten Vanilleschoten
Wusstest du, dass Vanilleschoten auch nach dem Auskratzen noch jede Menge Aroma haben? Bei uns zu Hause wird keine weggeworfen: Wir sammeln sie in einer Flasche mit Rum oder Weinbrand und können so ganz einfach Vanilleextrakt selber machen. Unsere Flasche läuft schon seit Monaten und wächst mit jeder neuen Schote weiter 🤗
Du brauchst nur zwei Zutaten, eine Glasflasche und ein bisschen Geduld. Das Ergebnis ist viel aromatischer als die meisten Vanillearomen aus dem Supermarkt und praktisch kostenlos, weil du dafür Schoten verwendest, die sonst im Müll landen würden.

Vanilleextrakt selber machen: Schritt für Schritt
Selbstgemachter Vanilleextrakt
Zutaten
- 5 gebrauchte Vanilleschoten bereits ausgekratzt
- 250 ml Rum oder Weinbrand oder Wodka, etwa 40 % Vol.
Anleitungen
- Die gebrauchten Vanilleschoten in eine saubere, luftdicht verschließbare Glasflasche geben. Wenn sie sehr lang sind, halbieren, damit sie gut hineinpassen.
- Die Schoten vollständig mit dem Alkohol bedecken. Wichtig: Kein Teil darf aus der Flüssigkeit herausschauen.
- Die Flasche verschließen und an einem dunklen Ort aufbewahren (ein Küchenschrank ist perfekt).
- Ab und zu schütteln, einmal pro Woche reicht.
- Nach etwa 8 Wochen ist der Extrakt fertig. Je länger er zieht, desto intensiver wird der Geschmack.
- Jedes Mal, wenn du Extrakt verwendest, mit Alkohol auffüllen, bis die Schoten wieder bedeckt sind. Und neue Schoten in die Flasche geben, sobald du welche in anderen Rezepten verbraucht hast.
Notizen
- Der Extrakt wird mit den Monaten besser: Nach 3-6 Monaten ist das Aroma viel tiefer.
- Gut verschlossen und vor Licht geschützt hält er sich unbegrenzt.
- Wenn er trüb aussieht oder Bodensatz hat, ist das normal: Vor dem Verwenden schütteln oder durch ein feines Sieb filtern.
Hast du eine Frage zum Rezept? Frag uns in den Kommentaren, wir antworten dir. Und wenn du es nachmachst, erzähl uns, wie es geworden ist, wir freuen uns riesig, von dir zu lesen! 🤗
Vanillearoma oder Vanilleextrakt: der Unterschied
Im Alltag verwenden wir beide Begriffe oft gleich, genau genommen sind es aber zwei verschiedene Produkte. Vanilleextrakt entsteht, wenn echte Vanilleschoten in Alkohol ziehen: Der Geschmack ist komplex, natürlich und hat Hunderte von Aromanuancen. Vanillearoma ist dagegen meist ein synthetisches Produkt auf Basis von künstlichem Vanillin, Wasser und Farbstoffen. Was wir heute machen, ist echter Extrakt, genau die Art von Produkt, die in Fachgeschäften für Backzubehör ein kleines Vermögen kostet.
Welche Schoten, welcher Alkohol?
- Ausgekratzte Vanilleschoten. Die, die du bereits für ein anderes Rezept geöffnet und ausgekratzt hast (Vanillepudding, Eis, Rührkuchen …). Heb sie auf: Sie sind Gold wert.
- Alkohol mit etwa 40 % Vol. Wir nehmen Rum oder Weinbrand, die eine warme Note mitbringen, die wunderbar zur Vanille passt. Wodka funktioniert auch und ergibt einen neutraleren Extrakt. Es muss keine teure Marke sein.

So kratzt du eine Vanilleschote aus und holst das Mark heraus
Wenn du noch nie eine Vanilleschote geöffnet hast: Es ist einfacher, als es aussieht, und du brauchst nichts Besonderes, nur ein Brett und ein kleines Messer (ein Schälmesser ist perfekt).
- Schote flach drücken. Leg sie aufs Brett und fahr mit dem Messerrücken darüber, als würdest du sie bügeln. So lässt sie sich leichter öffnen und rutscht nicht weg.
- Der Länge nach aufschneiden. Halte ein Ende mit den Fingern fest und schneide die Schote von Spitze zu Spitze längs auf, ohne sie ganz durchzuschneiden: Du willst sie nur öffnen.

- Das Mark auskratzen. Fahr mit dem Messerrücken (nicht mit der Schneide) mit leichtem Druck von einem Ende zum anderen durch jede Hälfte. Heraus kommt eine dunkle, glänzende Paste. Darin stecken Tausende winzige Samen: der aromatischste Teil der Schote.

Das Mark kommt direkt in dein Rezept (Vanillepudding, Eis, Rührkuchen …). Und die ausgekratzte Schote, du weißt es schon: ab in die Glasflasche mit dem Extrakt. Hier wird nichts weggeworfen.
Ein Trick: Wenn die Schote sehr trocken und brüchig ist, versuch nicht, sie mit Gewalt auszukratzen. Leg sie ein paar Sekunden in lauwarmes Wasser, damit sie weich wird, oder gib sie direkt, ohne sie auszukratzen, in Stücke geschnitten in die Flasche mit dem Extrakt.
Der Trick mit der Flasche, die nie leer wird
Das Schöne, wenn du Vanilleextrakt selber machen kannst: Die Flasche wird nie leer. Du verbrauchst etwas, füllst nach und gibst neue Schoten dazu. Damit der Extrakt mit den Monaten immer besser wird, achte auf zwei Dinge:
- Nach und nach auffüllen. Gib nur so viel Alkohol dazu, bis die Schoten wieder bedeckt sind, nicht bis ganz oben. Wenn du viel auf einmal nachfüllst, wird der Extrakt verdünnt und braucht eine Weile, bis er wieder kräftig schmeckt.
- Saubere, gut getrocknete Schoten. Wenn die Schote aus Vanillepudding oder Eis kommt, spül sie ab, lass sie vollständig trocknen und gib sie erst dann in die Flasche. So landen keine Milch- oder Wasserreste darin, die ihn trüben könnten.
Je mehr Schoten du sammelst, desto konzentrierter und aromatischer wird dein Extrakt. Und du hast ihn immer griffbereit.
Varianten und Tricks
- Mit neuen Schoten (die schnelle, intensive Version). Wenn du Schoten verwendest, die noch nicht ausgekratzt sind, schneide sie der Länge nach auf und dann in 2-3 Stücke. Mit neuen Schoten ist der Extrakt schneller fertig und wird kräftiger. Als klassische Faustregel gelten etwa 100 g Schoten pro Liter Alkohol.
- Vanillezucker. Noch eine Möglichkeit, ausgekratzte Schoten zu verwerten: Trockne sie gut und vergrab sie in einem Glas mit Zucker. Nach etwa zwei Wochen hast du Vanillezucker für Rührkuchen, Plätzchen oder Schlagsahne.
- Doppelte Stärke. Du willst einen Extrakt wie in der Profi-Patisserie, „Double Fold“? Nimm die doppelte Menge Schoten auf dieselbe Menge Alkohol und lass ihn länger ziehen.
- Version ohne Alkohol. Das geht mit lebensmittelechtem pflanzlichem Glycerin, gemischt mit Wasser: 2-3 Wochen ziehen lassen und täglich umrühren. Das Ergebnis ist milder und leicht süßlich und hält sich nicht so lange, aber es ist eine gute Alternative, wenn du lieber auf Alkohol verzichtest.
So verwendest du ihn in deinen Rezepten
Ein Teelöffel (etwa 4-5 g) reicht für einen Rührkuchen, ein Blech Plätzchen oder ein Eis. Probier ihn in selbstgemachtem Eis ohne Eismaschine oder in Sauerteig Pancakes: Da macht echte Vanille den Unterschied.
Wir verwenden ihn auch für unsere selbstgemachten Oreo-Kekse, die fluffigen Zimtschnecken, den Kürbis-Cheesecake ohne Backen und unseren selbstgemachten Joghurt.
Vanilleextrakt selber machen: häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis er fertig ist?
Wenn du Vanilleextrakt selber machen willst, brauchst du etwas Geduld: mindestens etwa 8 Wochen. Danach gilt: Je länger, desto intensiver. Nach 3-6 Monaten schmeckt er deutlich tiefer. Keine Eile, die Flasche arbeitet von allein.
Funktionieren ausgekratzte Schoten wirklich?
Ja, genau so kannst du Vanilleextrakt selber machen, ohne extra Schoten zu kaufen. Auch nach dem Auskratzen enthält die Schote noch einen großen Teil ihrer Aromastoffe. Weil es gebrauchte Schoten sind, nimmst du am besten mehrere und lässt sie länger ziehen als neue.
Welcher Alkohol ist am besten: Wodka, Rum oder Weinbrand?
Jeder Alkohol mit etwa 40 % Vol. funktioniert. Wodka ergibt den neutralsten Extrakt (er schmeckt nur nach Vanille), Rum und Weinbrand bringen warme, süße Noten mit, die wir beim Backen lieben.
Kann ich ihn in Rezepten für Kinder verwenden?
Ja, in gebackenen oder gekochten Rezepten: Die Menge Extrakt pro Rezept ist sehr klein, und beim Erhitzen verdampft der Großteil des Alkohols. Bei Rezepten ohne Erhitzen solltest du das bedenken und entsprechend wenig verwenden oder die Version mit Glycerin nehmen.
Wie lange hält er? Kann er schlecht werden?
Der Alkohol wirkt als natürliches Konservierungsmittel. Gut verschlossen und dunkel aufbewahrt hält er sich unbegrenzt. Er wird mit der Zeit sogar besser.
Ist es normal, dass er trüb aussieht oder Bodensatz hat?
Ganz normal. Das sind kleine Schotenpartikel und lose Samen. Du kannst ihn vor dem Verwenden schütteln oder durch ein feines Sieb filtern, wenn du ihn zum Verschenken klar haben möchtest.
Wie viele Schoten brauche ich?
Bei ausgekratzten Schoten rechnest du ungefähr mit 5-6 Schoten pro 250 ml Alkohol. Das ist aber keine exakte Wissenschaft: Fang mit denen an, die du hast, bedecke sie gut mit Alkohol und gib mit der Zeit weitere Schoten dazu.
Wie kratze ich Vanilleschoten aus, um das Mark herauszuholen?
Drück die Schote mit dem Messerrücken flach, schneide sie der Länge nach auf, ohne sie ganz durchzuschneiden, und kratze das Innere mit dem Messerrücken (nicht mit der Schneide) aus. Die Schritte mit Fotos findest du weiter oben in diesem Beitrag. Das Mark kommt in dein Rezept, die leere Schote in die Flasche mit dem Extrakt.
Rezept ausprobiert oder noch Fragen?
Hast du vor dem Start noch eine Frage? Frag uns hier unten, wir antworten dir. Und wenn du das Rezept schon gemacht hast, erzähl uns, wie es geworden ist, oder hinterlass uns eine Bewertung: Das hilft uns sehr, damit mehr Menschen das Rezept finden 😊
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